The busses attracted attention at every stop.

Die Busse zogen bei jedem Halt die Aufmerksamkeit auf sich.

Unterschiedlicher könnten die Botschaften kaum sein, die während der letzten drei Wochen auf den beiden Bussen zu lesen waren. Und doch haben sie etwas gemeinsam: beide fuhren eine große Runde durch Deutschland, um für ihr Anliegen zu werben. Der eine ist ein roter Doppeldecker unter dem Motto „Es gibt (…) keinen Gott”. Der andere, ein weißer Reisebus, trägt die Aufschrift „Und wenn es ihn doch gibt… Gottkennen.de”.

„Wir haben im Laufe der Gottkennen-Tour unsere drei großen Ziele erreichen können” erklärt Projektleiter Dr. Andreas Bartels. „Erstens haben wir die Internetseite www.Gottkennen.de sehr effektiv beworben – über 1000 Hits am Tag waren keine Seltenheit. Zweitens kamen wir in den Städten, die wir besuchten, mit Passanten ungezwungen ins Gespräch über den christlichen Glauben. Und drittens konnten wir Christen vor Ort unterstützen, über Gemeindegrenzen hinweg Aktionen umzusetzen, die Gott ins Gespräch bringen.”

Church groups rallied around the 'Gottkennen' bus.

Gemeindegruppen führten im Umfeld des Busses Aktionen durch.

Bartels war begeistert, wie viel Kreativität die zumeist ehrenamtlichen Helfer vor Ort bewiesen: „In Chemnitz zum Beispiel wurde ein attraktives buntes Programm mit Spiel, Tanz und einem riesigen Open-Air Gottesdienst organisiert”

Wir haben uns von Anfang an um ein möglichst gutes Verhältnis zur atheistischen Buskampagne bemüht. „Bevor wir an die Öffentlichkeit gegangen sind, hatten wir uns bei den Organisatoren gemeldet und angekündigt, was wir vorhaben”, berichtet Ingmar Bartsch, Pressesprecher der Gottkennen-Tour. Dabei sei der faire aber kritische Dialog ein Hauptanliegen gewesen.

Dabei sind die Überzeugungen völlig gegensätzlich: „Wir glauben an Gott, und daran, dass man ihn persönlich kennenlernen kann. Die Leute von der Buskampagne glauben, dass es Gott nicht gibt. Gerade wegen dieser Meinungsverschiedenheit ist es wichtig, dass wir einander in unserer Meinung stehen lassen können”, ist Bartsch überzeugt. Das sei in diesen drei Wochen recht gut gelungen.

Stimulating conversations occured throughout the three week tour.

Es kam während der dreiwöchigen Tour zu anregenden Gesprächen.

Auch die Reaktion der Passanten war überwiegend positiv: „Ich bin ja so dankbar, dass hier in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht! Da ist es in Ordnung, dass ein Bus der Atheisten durch Deutschland fährt”, erklärt eine Christin aus Karlsruhe. Und gerade deshalb freue sie sich auch, dass der Gottkennen-Tourbus in Karlsruhe Station gemacht hat. „Wir haben in vielen Gesprächen festgestellt, dass die Frage nach dem Sinn im Leben und nach Gott für viele Menschen aktueller ist, denn je” berichtet Bartels. So sei man dankbar, dass die Buskampagne die Frage nach Gott aufwirft und in den öffentlichen Dialog bringt. Bartels: „Wir geben darauf eine Antwort aus unserer Sicht als Christen.”

Der Gottkennen-Tourbus hat die atheistische Buskampagne seit ihrem Start in Berlin am 30. Mai begleitet. Allerdings, so betont Bartsch, sei man nicht immer am selben Ort gewesen. Man habe Städte wie Osnabrück und Gießen zusätzlich angesteuert. Träger der Gottkennen-Tour ist Campus für Christus, ein eingetragener christlicher Verein mit Sitz in Gießen. Der Leiter, Clemens Schweiger, ist sich sicher, dass es sich gelohnt hat, die Gottkennen-Tour zu starten: „Wir konnten auf diese Weise weitergeben, welche realen Erfahrungen wir als Christen mit Gott machen.” Campus für Christus finanziere sich durch Spenden und so sei auch die Gottkennen-Tour spendenfinanziert.

Conversations we not limited to stops in the cities.

Die Gespräche beschränkten sich nicht auf die Haltestellen in den Städten.

Unterdessen äußerte sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bischof Dr. Huber, positiv über die Gottkennen-Tour. Beim „Runden Tisch” der Koalition für Evangelisation am 8. Juni in Berlin sagte er, dass es Campus für Christus gelungen sei, ein Gegensymbol zur atheistischen Buskampagne zu setzen.

In Düsseldorf fand sich die atheistische Buskampagne übrigens inmitten einer missionarischen Initiative der katholischen Kirche wieder. Pater Manuel Merten vom Dominikanerkloster in Düsseldorf war über den Gottkennen-Tourbus so begeistert, dass er ihn spontan einlud, vor dem Kloster zu stehen – in direkter Nähe zum Doppeldecker der Buskampagne.

Weitere Fotos unter http://www.tour.gottkennen.de/gallery/main.php.

Zurück in die Zukunft


During a visit to the Catacombs, the Next Generation team took time out to pose for a picture.

Während der Besichtigung der Katakomben stellte sich das „Next-Generation“-Team für ein Gruppenfoto auf.

Beim vergangenen Treffen der Initiative „Eine neue Generation von Leitern” letzten Monat in Rom wurden junge Leiter herausgefordert, darüber nachzudenken, wie man eine sich verändernde Gesellschaft erreichen kann und dabei trotzdem der „DNA” von Agape Europe treu bleiben kann.

Unsere Gesellschaft verändert sich in rasendem Tempo. Neue Kommunikationsmittel poppen scheinbar über Nacht auf, und eine postmoderne Generation hat neue Wege, das Leben zu betrachten. Werkzeuge und Strategien, die in den letzten 10 Jahren in unserem Dienst gut funktioniert haben, sind nicht mehr so effektiv. Wenn wir von Agape Europe in der Zukunft etwas für Christus ausrichten wollen, brauchen wir Mitarbeiter, die „die Zeiten verstehen”, wie das bei den Söhnen Issachars in 1. Chronik 12,33 der Fall war – Leiter, die sich an die neue Wirklichkeit anpassen können und dabei dennoch ihrer Berufung treu bleiben.

Der aktuelle Leiterschaftskurs, die Initiative „Eine neue Generation von Leitern”, möchte genau dazu beitragen.

Small groups gave plenty of opportunity to learn from each other and discuss how to apply the material.

Kleingruppen boten reichlich Gelegenheit, voneinander zu lernen und darüber zu reden, wie man das Material anwenden kann.

„Keiner von uns weiß, was die Zukunft bringen wird”, erklärt Felix Ortiz, Mitarbeiter im Vorbereitungsteam, „aber wir wissen, dass es anders sein wird. Die dienstlichen Fertigkeiten, die wir brauchen werden, sind anders als die bisherigen. Deshalb ist unser Ziel, Menschen so gut wie möglich für einen wirksamen Dienst in der Zukunft vorzubereiten.”

„Wenn wir unser Geschäft so wie bisher betreiben”, stimmt Paul Duncan, ebenfalls im Vorbereitungsteam, zu, „werden wir nicht dorthin gelangen, wo wir hinkommen wollen. „Wir brauchen eine Generation von Leitern, die tief über das Leben nachdenken, die es wirklich gewohnt sind, sich Gedanken über das zu machen, was abgeht.”

Um solche Leiter heranzubilden, haben Felix, Paul und andere aus dem Vorbereitungsteam mehrere Elemente in den Leiterkurs eingebaut. Beim ersten Treffen, das letztes Jahr in Äthiopien stattfand, wurde Gemeinschaft betont. Beim letzten Treffen, das vergangenen Monat in Rom stattfand, lag der Schwerpunkt auf gesunden Bewegungen.

Gesunde Bewegungen

Alan Hirsch of Australia encouraged participants to think in new ways about what it means to do evangelism in a post-modern environment.

Alan Hirsch aus Österreich ermutigte die Teilnehmer, auf neue Weise darüber nachzudenken, was es heißt, in einem postmodernen Umfeld zu evangelisieren.

Im ersten Teil der Woche warf Alan Hirsch, ein Leiter der „Emerging Church”-Bewegung (*emerging church wörtlich: Gemeinde, die im Entstehen begriffen ist, Anm. der Übers.), herausfordernde Fragen über das Wesen von Bewegungen und Evangelisation auf. Im zweiten Teil lag der Schwerpunkt auf Lerngruppen und der Bedeutung von Feedback und der Anpassung an Veränderungen.

„Die Woche in Rom war mental hart und geistig herausfordernd”, sagt Kevin Wood (von AIA in Deutschland). „Es wurden neue Ideen vorgestellt und unsere Vorgehensweisen auf den Prüfstand gestellt.” Einige der neuen Ideen halfen Daniel Stähli (Studentenarbeit Schweiz) zu erkennen, wo die aktuelle Struktur das Wachstum einer Bewegung fördert, und wo es sie behindert. „Ich erhielt eine umfassendere Sicht davon, wie wir auf die Herausforderungen, die die Zukunft mit sich bringt, reagieren können”, meint er.

“Failure is not an option,” says Paul Duncan (centre), who helped design the Next Generation program. “We are leaving no stone unturned in our effort to be fruitful.”

„Misserfolg ist keine Lösung“, sagt Paul Duncan (Mitte), der den „Next-Generation“-Kurs mitentwickelt hat. „Wir lassen keinen Stein auf dem anderen in unseren Bemühungen, Frucht zu wirken.“

Das Vorbereitungsteam wollte eine Erfahrung für viele Sinne ermöglichen, wobei die Teilnehmer nicht nur Referaten lauschen sollten. Sie diskutierten auch über Fallstudien aus Griechenland und Italien und erlebten so unterschiedliche Bewegungen wie die katholische Gemeinschaft San Egiddio und die noch ganz junge Studentenarbeit von Agape Europe in Rom. Die Interaktion erweiterte den Horizont aller.

„Jetzt weiß ich, dass mein Dienst tatsächlich mit Leuten in ganz Europa in Beziehung steht”, sagt Nacho Marques (Studentenarbeit in Spanien). „Das gibt uns ein neues Gefühl der Stärke. Als ich zum Beispiel von einem Problem erfuhr, das die Studentenarbeit in Rom hat, erkannte ich, dass wir in Valencia das gleiche Problem haben könnten. Jetzt habe ich Hilfsmittel, um dieses Problem zu vermeiden.”

Das Vorbereitungsteam ist davon überzeugt, dass kein Leiter, ganz gleich wie begabt oder wie erfahren, alle Weisheit hat, die in komplexen Zeiten zum Leiten nötig ist. Sie wollen, dass Leiter lernen, in Teams zu arbeiten, und bereit sind, Neues auszuprobieren. „Wir wollen Leuten mit Fragen herausfordern, auf die niemand die Antworten hat”, sagt Paul. „Wir brauchen eine Generation von Leitern, die bereit sind, etwas zu riskieren, zu versagen und weiter Neues auszuprobieren, bis sie die Lösungen finden.”

Die DNA von Agape Europe

Diese Lösungen müssen auf ihre Weise die „DNA” von Agape Europe verkörpern. „Wir haben eine mächtige DNA”, sagt Felix, „die immer noch die Kraft und Stärke hat, Bewegungen zu bauen. Und das ist Gewinnen – fördern – senden nach 2. Timotheus 2,2″.

One day the team went out to experience the Rome university ministry and meet students. Brian Evans, a participant who also serves on the Rome team, met a group of guys at La Sapienza University and talked about the gospel.

An einem Tag ging die Gruppe an die Universität Rom, um mit Studenten zu sprechen. Brian Evans, ein Teilnehmer, der im Rom-Team mitarbeitet, traf an der Universität La Sapienza eine Gruppe Studenten und sprach mit ihnen über das Evangelium.

Ein Hauptziel dieses Treffen der Initiative „Eine neue Generation von Leitern” war, die Teilnehmer darin anzuleiten, wie sie die Kernprinzipien von Agape Europe auf eine sich verändernde Welt anwenden können. Es geht nicht um die Methode, die wir einsetzen, ob das nun das Heft „Gott persönlich kennenlernen”, der Jesusfilm oder etwas anderes ist. Die DNA von Agape Europe muss in das Denken jedes Mitarbeiters eingewoben werden. Wenn das geschieht, wird es ganz natürlich sein, dass wir neue Strategien entwickeln, die eine sich verändernde Generation erreichen und die zugleich unserer Berufung entsprechen.

„Die Bibel ist 100-prozentig gültig”, sagt Nacho. „Christus ist unsere Botschaft. Aber wir müssen neue Wege erforschen, wie wir der Welt die Gute Nachricht anbieten können. Und weil Agape-Mitarbeiter in ganz Europa gleich denken, glaube ich, dass Gott uns für eine neue Zeit vorbereitet.”

Studentenarbeit


Dan Trepod

Dan Trepod

Nur wenige Studenten in Berlin sind schon einmal einem Menschen begegnet, der Jesus liebt und ihm dient. Und noch weniger von ihnen haben Freunde, die Christen sind. Deshalb versuchen die 13 STINTer (internationale Kurzzeit-Missionare) in Berlin, in den Studentencaferterien mutige, aber beziehungsorientierte Evangelisation beim Essen.

„Wir versuchen, schon beim ersten Gespräch das Evangelium mitzuteilen”, sagt Dan Trepod, der Leiter der Studentenarbeit in Berlin. „Wenn es gut lief, sagen wir zum Schluss, „Das war ein schönes Gespräch! Hättest Du Lust, Dich wieder mit uns zu treffen? Und wir treffen uns solange, wie sie das wollen.”

Im Lauf der Zeit wächst bei einigen das Interesse und sie übergeben ihr Leben schließlich Christus. Bei anderen lässt das Interesse nach, und sie kommen nicht mehr. Zur Zeit treffen sich die Teammitglieder regelmäßig mit über 100 Leuten, von denen die meisten keine Christen sind. Es gibt auch zwei Bibelgruppen, eine an der Freien Universität von Berlin und eine an der Humboldt-Universität – wo Einstein einst arbeitete und Marx und Engels studierten.

„Letztes Jahr luden zwei Studenten Christus in ihr Leben ein”, sagt Dan. „Wir hoffen, dass dieses Jahr noch mehr Studenten Christen werden. Unser Ziel ist, am Ende des Jahres eine Gruppe zu haben, die mit Campus für Christus verbunden ist, und nicht nur mit uns befreundet.

Athleten in Aktion


Kevin Wood

Kevin Wood

„Wir sind nach Berlin gezogen, um mitten im Geschehen zu sein!”, sagt der Neuseeländer Kevin Wood, der unter Berufssportlern in Berlin arbeitet. „Berlin hat 81 Teams der ersten Liga, und 80 der zweiten. Jeder nur denkbare Sport ist hier vertreten, deshalb sollte man in Berlin arbeiten, wenn man sich für Berufssportler interessiert.”

Kevin und seine Frau Lisa sind im März 09 nach Berlin gezogen. Im ersten Jahr versuchten sie, Leute kennenzulernen und sich mit christlichen Sportlern zu treffen. Es stellte sich heraus, dass es sehr wenig sportbezogene Veranstaltungen gab, trotz des großen Einflusses, den Sportler haben.

Schließlich stießen Kevin und Lisa auf einige christliche Sportler, die einen kleinen Bibelkreis hatten. Sie luden ihn dazu ein, und mit der Zeit konnte er ihnen dienen. „Es läuft alles beziehungsorientiert”, sagt Kevin. „Man baut Beziehungen auf, und dann sagt es einer dem anderen weiter, „dass man Kevin vertrauen kann.” Das schafft eine solide Grundlage.”

AIA Berlin hat mehrere Schwerpunkte. Kevin sucht nicht nur den Kontakt zu Berufssportlern, sondern er versucht auch, sich mit Menschen in der Stadt zu treffen, die sich für Sport interessieren, und ihnen eine Sicht zu geben, wie man Sportler erreichen kann. Er schult Gemeinden, wie man Sportmission treiben kann, und wie man die Sportler in den Gemeinden am besten einsetzen kann.

Kevin organisiert auch evangelistische Veranstaltungen, wie Sommerlager oder Auslandsreisen. Dieses Jahr fährt eine Fußballmannschaft – einige Christen, einige andere – nach Armenien, um gegen einheimische Mannschaften zu spielen und außerdem Essen und Kleidung an die Armen zu verteilen.

Dieses Jahr sind auch drei Praktikanten zum AIA-Team dazugekommen. Sie spielen in Basketball-Vereinen, wo sie ihren Team-Kollegen das Licht Jesu scheinen lassen. Letzten Herbst hatten sie einen besonderen Einsatz am amerikanischen Thanksgiving (Erntedankfest), und 19 Leute aus dem Verein kamen. Etwa ein halbes Dutzend haben Interesse, weiter über Gott zu sprechen.


Barbara Rohnert-Noll und Antje Schliebitz

Antje Schliebitz, assoziierte Mitarbeiterin von Campus, tut seit langem in ihrer Freizeit Dienst unter Diplomaten, im sogenannten Internationalen Forum. Jetzt hat sie Unterstützung erhalten durch Barbara Rohnert-Noll, die vorher in der Trainingsabteilung von Campus für Christus Deutschland gearbeitet hat. Kürzlich hielten die beiden ein interkulturelles Seminar im Haus eines jamaikanischen Botschafters (*? einer jamaikanischen Botschafterin?) in Berlin.

Antje und Barbara versuchen, Beziehungen zu Diplomaten aufzubauen. „Mein Schwerpunkt liegt darauf, Leute beim Essen kennenzulernen”, sagt Barbara. „Viele dieser Leute sind nur zwei Jahre lang hier und fühlen sich sehr einsam. Sie brauchen jemanden, mit dem sie reden können, und Gebet ist ihnen wichtig.

„Die Leute wollen ständig etwas von ihnen”, fügt Antje hinzu. „Deshalb tut es ihnen gut, wenn wir auf sie zugehen und nichts von ihnen wollen. Sie können sich entspannen.”

Das Internationale Forum führt auch besondere Abendessen durch. Vor kurzem begannen sie eine Zusammenarbeit mit dem Gesprächsforum, einer Gruppe deutscher christlicher Geschäftsleute, um einen größeren Einfluss, organisatorische Unterstützung und mehr Mitarbeiter für eine Veranstaltung zu haben. Bei einem Treffen kürzlich sorgte das Internationale Forum dafür, dass ein Botschafter einen Vortrag hielt, der von einem Lokalsender übertragen wurde.

Wie soll man vorgehen, wenn man eine Stadt mit über 4 Millionen Einwohnern mit dem Evangelium erreichen will? Vor allem eine geistlich so apathische wie Berlin? Keine Gruppe kann das allein schaffen; es gibt nur Hoffnung, wenn Christen sich zusammentun.

Die Organisation „Gemeinsam für Berlin” ruft Christen zusammen, um in Berlin etwas zu bewirken. Es ist ein Zusammenschluss aus freien Gemeinden, landeskirchlichen Gemeinden und Missionswerken und trägt zu größerer Einheit unter den Jüngern Jesu aus den verschiedenen Frömmigkeitsrichtungen bei.

Gleichzeitig scheint es, dass Gott etwas tut in Berlin. „Die allgemeine Offenheit dem Evangelium gegenüber ist etwas größer geworden”, sagt Pfarrer Axel Nehlsen von der lutherischen Kirche, der „Gemeinsam für Berlin” leitet. Er weist darauf hin, dass am Prenzlauerberg, dem Ostberliner Stadtteil in der Nähe seines Büros, die Kirchen voll sind. Es ist ein bevorzugtes Gebiet für junge Familien, die geistliche Grundlagen für ihre Kinder suchen. Andere Berliner Stadtteile sind nicht so offen, aber insgesamt beobachtet man doch eine Kurskorrektur der alten Richtung in Ostdeutschland, die weg von Gott führte.

Axel Nehlsen

Axel Nehlsen

„Eine andere Veränderung im geistlichen Klima”, so Pfarrer Nehlsen, „ist, dass Politiker und Geschäftsleute bereit sind, öffentlich über ihren Glauben zu reden. Der christliche Präsident ging mit gutem Beispiel voran, als er eine seiner Reden mit dem Wunsch „Gott segne Deutschland!” beendete.

Die Wurzeln von „Gemeinsam für Berlin” gehen bis in die späten 1990er Jahre zurück, als Duane Conrad, damals Leiter von Campus für Christus Deutschland, Berliner Pastoren besuchte, um etwas über die Nöte der Stadt zu erfahren. „Wie kann ich Euch helfen?”, fragte er. „Was braucht Ihr?” Die Pastoren sagten, dass sie sich einsam, isoliert und entmutigt fühlten auf Grund des geringen geistlichen Interesses in der Stadt.

Dann im Mai 1998 lud Campus Crusade christliche Leiter aus verschiedenen europäischen Städten zu einem Treffen nach London ein, um Ideen auszutauschen. „Keiner von uns weiß, wie man eine gute Städtearbeit macht”, sagte Duane zu den Berlinern. „Lasst uns hinfahren und besprechen, was wir tun können.”

Vier Männer fuhren mit Duane nach London. Dort kamen sie zu dem Schluss, dass das größte Bedürfnis der Pastoren sei, sich untereinander zu treffen und zu spüren, dass sie nicht allein seien. Zurück in Berlin, luden sie ein paar Dutzend Pastoren und ihre Ehefrauen zu einem Gebetsfrühstück ein.

Aus diesem Frühstück entwickelte sich „Gemeinsam für Berlin”, ein Zusammenschluss von Pastoren und christlichen Leitern, die geistlichen Einfluss auf alle Bereiche der Stadt ausüben wollen. Bei den Gebetsfrühstückstreffen und anderen Gelegenheiten entdecken die christlichen Leiter Wege, wie sie ihre Zusammenarbeit verbessern können. „Gemeinsam für Berlin” entwickelte neun verschiedene Arbeitsgruppen, von denen jede einen bestimmten Sektor der Stadt erreichen will.

„Campus für Christus” war der Katalysator, der uns alle zusammengebracht hat”, sagt Axel Nehlsen. „Weil Campus keine eigene Denomination ist, stellte es keine Bedrohung dar.” CfC hatte auch einen großen Vertrauensvorschuss, weil es in den 1970er Jahren eine erfolgreiche Studentenarbeit unter den 130.000 Studenten getan hatte. Heute arbeiten die verschiedenen Arbeitszweige von CfC in Berlin bei vielen Einsätzen und Veranstaltungen eng mit „Gemeinsam für Berlin” zusammen.

Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit verbessert das geistliche Klima auf vielfache Weise. Am 1. Mai z.B. veranstalten Radikale oft Demonstrationen, die mit Gewalt einhergehen. Vor mehreren Jahren schickte „Gemeinsam für Berlin” Jugendliche zu Gebetsmärschen an die Orte, wo es Gewaltausschreitungen gegeben hatte, und in jenem May gab es zum ersten Mal seit Jahren eine friedliche Demonstration. Im vergangenen Jahr gab eine interkulturelle Lobpreisband am 1. Mai ein Freiluftkonzert. Danach stellte „Gemeinsam für Berlin” zwei Initiativen vor, bei denen Menschen sich zum Wohl der Gesellschaft engagieren können – eine christliche und eine nichtchristliche.

„Das ist eine gute Weise, in der postmodernen Welt zusammenzuarbeiten”, sagt Axel Nehlsen. „Die Menschen lieben Zusammenarbeit. Wir kooperieren mit weltlichen Behörden, aber wir bringen das ein, was wir können – Gebet, humanitäre Hilfe, die Botschaft, dass Jesus der Herr ist. Und es wird uns abgenommen.”

„Wir brauchen einen direkten Dienst”, sagt Duane Conrad und bezieht sich dabei auf den persönlichen Dienst der einzelnen Mitarbeiter, „aber wenn das alles ist, werden wir nicht die Stadt erreichen. Sie ist dafür zu groß. Wir brauchen auch die Zusammenarbeit.”

FamilyLife


Norman & Susan Patterson

Norman & Susan Patterson

Der Zahnarzt Norm Patterson und seine Frau Sue gingen vorzeitig in den Ruhestand und zogen 2001 nach Berlin, um Geschäftsleute zu Jüngern Jesu zu machen. Schon zu Beginn ihrer Ehe hatten sie in Afrika mit Agape gearbeitet und die entsprechenden Fähigkeiten dazu erworben. Als sie mit Geschäftsleuten in Berlin arbeiteten, sahen sie, wie wichtig es ist, christliche Ehen zu stärken. Deshalb führten sie 2002 für die Ehepaare, mit denen sie arbeiteten, eine Family-Life-Konferenz durch. Diese lief so gut, dass die Leute um eine weitere Konferenz baten, damit sie ihre Freunde einladen konnten.

Schließlich entstand daraus Family Life Deutschland. Aber Norm und Sues Deutsch ist noch nicht so gut, dass sie ein Referat halten können, deshalb mussten sie per Dolmetscher referieren. So war es ganz natürlich, dass sie Gott darum baten, ein deutsches Ehepaar in die Leitung von Family Life zu berufen.

Eines der Ehepaare, die an der ersten Family-Life-Konferenz teilnahmen, waren Helge und Birgit Sych. Beide waren in ihren Studienjahren in Berlin in der Arbeit von Campus für Christus tätig. Inzwischen arbeitet Helge bei IBM und Birgit ist Lehrerin. Gott hat dem Ehepaar 7 Kinder geschenkt.

Helge and Birgit Sych

Helge und Birgit Sych

„Vier Jahre lang”, so Helge, „führten wir eine Wochenendehe. Ich war die ganze Woche weg auf Arbeit, oft in anderen Ländern, und kam nur am Wochenende heim. Aber wir führten eine gute Ehe.” Dann musste Helge nicht mehr so viel auf Dienstreise gehen, aber er wurde Gemeindeältester, während Birgit bei den Frühstückstreffen für Frauen mitarbeitete. Obwohl sie eine tiefe Beziehung zueinander hatten, sehnten sie sich nach mehr.

Dann nahmen sie am ersten Eheseminar von Norm und Sue teil. Das Material gefiel ihnen, sie fanden es hilfreich. Birgit übersetzte das Material ins Deutsche, und als Ehepaar stellten sie sich als Redner für künftige Konferenzen zur Verfügung. Letztes Jahr übernahmen sie die Leitung von Family Life Deutschland und widmen nun 20 Prozent ihrer Zeit dieser Arbeit.

FamilyLife marriage weekends give couples a chance to talk deeply with each other about their marriage.

FamilyLife marriage weekends give couples a chance to talk deeply with each other about their marriage.

Helge und Birgit mögen bei der Ehekonferenz vor allem den Teil „Praktische Anwendung”. „Die Leute führen meist keine tiefen Gespräche mit ihren Ehepartnern”, sagt Helge. „Aber auf unseren Konferenzen müssen sie über wichtige Dinge und auf tiefer Ebene miteinander ins Gespräch kommen. Die Leute sind so begeistert, dass sie wollen, dass ihre Freunde und Kollegen das ebenfalls erleben.”

Auf jeder Konferenz laden zwei oder drei Leute Sychs ein, in ihrer Stadt ebenfalls eine Ehekonferenz zu halten. Deshalb machen sie es zur Bedingung, dass sich in einer Stadt 10 Ehepaare angemeldet haben, bevor sie eine Konferenz durchführen. „Wir haben nur ein gewisses Maß an Zeit”, sagt Helge und lacht. „Wir haben mit unseren Kindern ausgemacht, dass wir nur 4 Konferenzen pro Jahr halten, aber jetzt sind es schon sechs bis acht! Wir suchen weitere Redner.”

Leadership Link

„Mein Traum ist, in Berlin Bewegungen zu beginnen”, sagt Joe Hartung, der unter jungen Geschäftsleuten arbeitet, „und wenn es funktioniert, die Idee dann in andere Städte zu tragen.” Der Berliner Führungskräftetag sorgt seit drei Jahren für das Entstehen von Momentum. Bei der eintägigen Veranstaltung stehen Seminare zu den Themen Geschäftswelt und Leiterschaft auf dem Programm, man isst zu Mittag und hört in unaufdringlicher Weise das Evangelium. Immer mehr Christen betrachten den Tag als lohnend und laden ihre nichtchristlichen Kollegen dazu ein. Letzten September waren etwas 25 Prozent der Teilnehmer Nichtchristen.

Die Idee des Führungskräftetags wurde auch nach Leipzig getragen, das zu DDR-Zeiten das wichtigste Handelszentrum war. Joe traf Daniel Sommerfeld aus Leipzig auf einer Konferenz für christliche Geschäftsleute und entdeckte, dass Daniel ebenfalls die Sicht hatte, Geschäftsleute zu erreichen. Joe half Daniel, in Leipzig einen Führungskräftetag im kleineren Stil durchzuführen.

„Der Leipziger Führungskräftetag äußert sich stärker zum Christentum als unserer in Berlin”, sagt Joe. „Die Christen dort müssen sehen, dass wir einen bedeutsamen Beitrag zur Geschäftswelt leisten können.”

Berlin im Blickpunkt


Uli talks to a Berlin student.
Uli Täuber im Gespräch mit einem Studenten

„Wenn wir etwas in Berlin erreichen wollen“, so Uli Täuber, einer der beiden Leiter der deutschen Studentenarbeit), „muss es gut sein, und wir müssen es mit vielen Leuten tun.“ Campus für Christus Deutschland interessiert sich schon seit langem für Berlin, und das nicht nur wegen Berlins Einfluss und seiner Stellung als Hauptstadt. Als Campus Crusade for Christ zum ersten Mal seine Fühler nach Europa ausstreckte, war Berlin einer der ersten Orte, an dem sich Mitarbeiter niederließen. Aber in den letzten Jahren reichten die Kapazitäten nur aus, um einen sehr begrenzten Dienst aufrechtzuerhalten.

Doch dann fügte Gott mehrere Puzzle-Teile zusammen, um einen stoßkräftigeren Einsatz zu ermöglichen. Als Erstes erklärte die Leitung von Agape Europe Berlin zu einer der internationalen Megastädte, die im Folgejahr einen Schwerpunkt der Arbeit darstellen sollten. Berlin war immer einflussreich, erklärt Clemens Schweiger, der deutsche Nationalleiter. Jetzt, wo die Regierung des wiedervereinten Deutschlands sich wieder in Berlin befindet, nimmt seine strategische Bedeutung zu. Aufgrund seiner Geschichte ist es auch eine Brücke zwischen Ost- und Westeuropa.

Berlin, once again the capital of a united Germany, is a cosmopolitan, international city, with residents from nearly 200 countries. “If you influence Berlin,” says Clement Schweigers, director of Campus für Christus Germany, “you influence the world.

Berlin, eine berühmte, internationale Weltstadt mit wachsender Präsenz auf der „Weltbühne“. „Wenn Du Berlin erreichst, erreichst Du die Welt“ , sagt Clement Schweiger, Leiter von Campus für Christus Deutschland.

Als Zweites war das amerikanische STINT-Programm (STINTs sind Kurzzeitler) auf der Suche nach einer neuen deutschen Stadt, mit der sie eine Partnerschaft eingehen wollten. „Wir hatten gute Erfahrungen mit dem STINT-Team in Freiburg“, sagt Uli. „Innerhalb von sieben Jahren hat sich die Arbeit von 0 auf 70 Personen entwickelt.“ Und da die Arbeit der STINT-ler in Freiburg inzwischen beendet ist, stehen die Amerikaner für eine Partnerschaft mit Berlin zur Verfügung.

Dieses Jahr sind 13 STINT-ler in Berlin, sie arbeiten an drei verschiedenen Unis. „Wir wollen in Berlin eine deutsch-amerikanische Partnerschaft entwickeln“, sagt Uli. „Wir haben nicht die Mittel für ein großes Team, aber letztes Frühjahr schickten wir ein deutsches Evangelisationsprojekt hierher, und es lief gut. Für deutsche Studenten ist es aufregend, nach Berlin zu fahren und dort zu evangelisieren. Und für nächstes Jahr planen wir, einen oder zwei Studentenmitarbeiter nach Berlin zu senden.“

Und schließlich hat Gott auch andere Mitarbeiter in diese Stadt geführt. Die Organisation „Gemeinsam für Berlin“ entstand, um Einheit unter den Gemeinden zu fördern. Leute, die Jahre zuvor in der Studentenarbeit aktiv waren, schlossen sich wieder der Arbeit an. „Die Arbeit in Berlin hatte nie große Zahlen vorzuweisen“, sagt Julie Erickson, die seit 35 Jahren in Berlin tätig ist, „aber die Menschen, die Christen wurden, waren Leiter. Viele von ihnen arbeiten jetzt in der Regierung oder in der Industrie.“

1.	The Berlin team enjoys spending time with each other. At their monthly meeting, they often talk about how they can support each other’s ministries. Here Joe Hartung talks about a recent event he held for people in the business world.

Das Team in Berlin geniesst die Gemeinschaft. An ihrem monatlichen Treffen wird viel darüber ausgetauscht, wie man sich am besten im Dienst unterstützen kann. Hier spricht Joe Hartung über einen kürzlich abgehaltenen Anlass unter Geschäftsleuten.

In diesem Monat wollen wir ein paar kurze Schlaglichter auf Menschen werfen, die Gott in die Arbeit von Campus für Christus in Berlin berufen hat, und die Vorgehensweisen, die sie entwickeln. Sie treffen sich als Städteteam, arbeiten eng zusammen, um sich gegenseitig in ihrer Arbeit zu unterstützen, und legen eine gute Grundlage, um eine langfristige Wirkung zu erzielen.

„Mein Gebet ist, dass in Berlin eine Bewegung entsteht“, sagt Clemens. Als Maschinenbau-Ingenieur weiß ich, dass ‚Bewegung’ bedeutet, dass etwas ins Rollen kommt und Energie freisetzt. Das Team in Berlin hat begonnen, trotz der kleinen Anfänge Energie freizusetzen. Und deshalb sage ich „Halleluja!“


Julie Errickson has reaches out to international students
Julie Erickson war für mehr als 30 Jahre in der Studentenarbeit.

„Die Truppen brauchen zwei Dinge um zu überleben“, sagte Dr. Bill Brights Assistent zu Julie Erickson vor vielen Jahren: „Sie brauchen Suppe und warme Socken“. Und vergiss nie, was schon erreicht wurde, niemals wieder aufzugeben“.

Julie vergas diese Worte niemals. 35 Jahre lebte sie in Berlin und diente dort den internationalen Studenten, in dem sie Woche für Woche einen christlichen Büchertisch und Essen an der Uni anbot. Der Dienst in Berlin war mal mehr und mal weniger, aber Julie war in allen Zeiten treu. „Ich werde hier bleiben und diesen Platz verteidigen, bis die „Truppen“ kommen, sagte sie. „Ich kann Ihnen Suppe und warme Socken geben“ war ihre Devise.

Über die Jahre entwickelte Julie ihre eigene Strategie, wie sie diese Grossstadt für Jesus gewinnen konnte. Ihre Überzeugung war, dass das Mitarbeiterteam eine Gemeinschaft sein muss, die füreinander da ist, sich gegenseitig ermutigt und wenn möglich sogar dicht beiander wohnt, um sich optimal zu unterstützen. Andernfalls sah sie die Gefahr, dass die Mitarbeiter von der Stadt „verschlungen“ wurden und entmutigt waren.

Monte und Anne Keltner öffnete ihr Heim für das Berliner Team, das sich für viele Monate in ihrem Wohnzimmer traf.

Vor einem Jahr brachte Gott ein älteres Ehepaar nach Berlin, um das Team dort zu unterstützen und Julie an ihrem Büchertisch zu helfen. Monte und Anne Keltner waren wie der Kleber, der das Team zusammenhielt und die Gemeinschaft unterstützte. Sie zogen in eine Wohnung neben Julie ein, in der schon andere Campus für Christus Mitarbeiter gewohnt hatten. Von dort unterstützten und halfen sie dem Team in den unterschiedlichsten Bereichen.  „Die Keltners haben Ihr zuhause geöffnet“ sagte Julie, egal ob es für ein Mitarbeitertreffen,  ein evangelistisches Abendessen oder ein „Pancake-Frühstück“  für die internationalen Studenten war. Sie waren bereit, sich einzugeben für die verschiedensten Anlässe.

„Ich danke Gott für die Kelners“, sagte Clemens Schweiger, Leiter von Campus für Christus Deutschland. „Sie sind so warmherzig, offen und gastfreundlich, sie sind für das Team in Berlin unglaublich wichtig“.

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