von Danielle Wilson
Mit seiner ungewöhnlichen Verlosung zum Thema „Moralisches Dilemma“ bietet die landesweite Erstsemestlerwoche von Agape Student Life den studentischen Leitern die Möglichkeit, aufzustehen und klar Stellung zu beziehen.
Wenn du selbst einmal neuer Student an einer Uni warst, wirst du dich noch an das Treiben und den Schrecken der Erstsemestlerwoche erinnern. Du wagst mit ein paar anderen ängstlichen Erstsemestlern erste zögerliche Schritte aus dem Studentenheim heraus und versuchst, dich zunehmend als Studenten zu definieren. Der Markt der Möglichkeiten begrüßt dich mit seinem Stimmengewirr, seinen Versuchungen und Verlosungen. Sollst du per Unterschrift eine Kreditkarte erwerben? Einem Verein beitreten? Zu einer Party gehen? Selbst bei einer Sache aktiv werden?
Warum also möchte Agape Student Life geradezu einen Kopfsprung in die Erstsemestlerwoche mit all ihrem Chaos und Elend machen? Und warum wollen sie zu dem ganzen Treiben ausgerechnet noch eine weitere Verlosung hinzufügen?
Das erste Semester an der Uni ist wie ein Wirbelsturm, und es geht dabei um viel mehr als ums bloße Studieren. Studenten sind unterwegs, um zu definieren, wer sie sind und was sie denken. Cliquen, Interessen und Verhaltensmuster werden hier oft für die ganze weitere Studentenkarriere gebildet und festgelegt. Für Agape Student Life ist die Erstsemestlerwoche eine wunderbare Gelegenheit, buchstäblich mit Tausenden von Erstsemestlern in Kontakt zu kommen, die sich an diesem wichtigen Wendepunkt ihres Lebens befinden.
Und so wurde die Kampagne The Connection (Die Verbindung) geboren. Es ist ein ganz einfaches Konzept. Was zuerst wie eine klassische Verlosung aussieht, ist in Wirklichkeit viel mehr. Die Gewinner des Preises werden in ein moralisches Dilemma versetzt: Sie haben die Wahl zwischen einem I-Pod für sich selbst oder zwei Ziegen für eine Familie in einem Entwicklungsland. Außerdem erhält jeder, der an der Verlosung teilnimmt, die Möglichkeit, eine Sondernummer eines evangelistischen Magazins zu erhalten, das ein Mitarbeiter oder Student von Student Life ihm persönlich vorbeibringt.
Letzten Herbst fand The Connection in allen neun Student-Life-Teams im ganzen Land statt. „Es macht Spaß und ist toll“, sagt Ben Evans, der Teamleiter aus Bristol, der dieses Projekt landesweit koordinierte. „Am wichtigsten dabei ist, dass wir auf diese Weise mit einer großen Anzahl von Studenten in Kontakt kommen und die herausfinden können, die geistliches Interesse haben. Wir treffen sie persönlich und helfen ihnen, über die wichtigste Entscheidung in ihrem Leben nachzudenken.“

„Heutzutage scheint es wichtiger zu sein, dass man dabei gesehen wird, dass man Dinge tut, die sozial oder politisch korrekt sind, als dass man tatsächlich tut, was richtig ist. Von Politikern über Geschäftsleute bis hin zu berühmten Persönlichkeiten sehen wir Menschen, die in der Öffentlichkeit ein tugendsames Leben führen, bis in einem Keller oder auf einem Bankkonto eine Leiche oder zwei zu Tage gefördert werden. Niemand ist absichtlich ein Heuchler. Und doch erleben die meisten von uns mehr oder weniger diese schmerzliche Unstimmigkeit zwischen dem, was wir sein wollen oder vorgeben zu sein, und dem, was wir tatsächlich sind. Deshalb lautet die eigentliche Frage nicht: Ziege oder I-Pod? Sondern: Wer sind wir, wenn keiner uns zusieht?“ – Magazin The Connection
Das moralische Dilemma
Warum nun die Wahl zwischen Ziege und I-Pod? „Wir dachten, dass das moralische Dilemma ein interessantes Element für die Kampagne wäre, aber wir wollten auch die zynische Haltung in unserem Land überwinden helfen, die gegenüber Werbung und Verlosungen besteht“, sagte Ben. „Wir sind übersättigt mit geschickter Werbung und Firmenangeboten. Wenn eine Organisation etwas umsonst anbietet, fragen wir uns sofort, was sie dafür wollen. Wir wollten eine Verlosung anbieten, die die Leute nicht nur interessiert, sondern ihnen vielleicht hilft, über die Art der Entscheidung nachzudenken, die sie treffen, und warum sie diese treffen.
Ross McCall, der Glasgower Teamleiter, erinnert sich an einige interessante Antworten von Studenten zu diesem Thema. „Wir hatten einen Studenten, der unsere Einladung, an der Verlosung teilzunehmen, ausschlug, weil er sowohl eine Ziege als auch einen I-Pod besaß! Andere wiesen das Angebot zurück, weil sie sich, wie sie sagten, unwohl fühlen würden, wenn sie diese Entscheidung treffen müssten.“ Die tatsächliche Gewinnerin aus Glasgow wählte den I-Pod, anscheinend unter dem Gruppendruck ihrer Freunde. Sie wollte anonym bleiben.
„Eine Gruppe von Studentinnen erzählte uns, dass die Verlosung mit der Wahl zwischen einer Ziege oder einem I-Pod ihre ganze Sicht der Erstsemestlerwoche an der Uni geprägt hatte. Sie hatten alle Abzeichen, sie wollten Poster, sie ließen sich mit der Ziege fotografieren…“, berichtet Allan Ooi von Operations Intern, der auch an der Birminghamer Uni mitarbeitet. Allein in Birmingham nahmen 1316 Studenten an der Verlosung teil. Von diesen sagten 155, dass sie mehr darüber erfahren wollten, wie man mit Gott in Verbindung treten könne.
Studentische Leiter mobilisieren
Die Vision, durch The Connection Erstsemestler zu erreichen, ist begeisternd und umfassend. Und unser Mitarbeiterteam hat nie davon geträumt, das allein zu tun. „Wir wollten eine Menge Mittel und Materialien zur Verfügung stellen und unseren studentischen Leitern erlauben, ihre Eigeninitiative in der Durchführung einzusetzen“, sagt Ben. Das Kommunikationsteam von Agape arbeitete eng mit Student Life zusammen, um das Magazin, Eingangskarten, eine Webseite und andere Materialien zu erstellen. Aber auch an den Unis konnte man viel Kreativität erleben: Studenten und Mitarbeiter zogen Ziegen- und I-Pod-Kostüme an, stellten ihre eigenen T-Shirts her, Luftballons, Kugelschreiber, Plaketten und was ihnen sonst noch alles einfiel, um The Connection unter den Studenten bekanntzumachen.
„Ich habe jetzt mehr das Gefühl, dass Student Life unsere Sache ist, weil wir es zum großen Teil selbst organisieren. So haben wir Kontakt zu den Studentenvereinigungen aufgenommen und entschieden, was wir bei der Erstsemestlerwoche tun wollen“, sagt Nengi Omuku, studentischer Leiter am University College in London,. „Wir sind stärker eingebunden und gehen nicht nur an dem bestimmten Tag dorthin.“

„Akademischer Erfolg verdient Anerkennung. Aber wenn du glaubst, dass dein Wert davon abhängt, wie viel du erreichst oder verdienst, dann ist die Enttäuschung vorprogrammiert.“ – Magazin The Connection
„Es war toll, wie sehr die Studenten sich bei der Newcastler Erstsemestlerwoche engagiert haben“, sagt Pete Moll, Mitarbeiter in Newcastle. „Zu einem bestimmten Zeitpunkt kamen wir an unseren Stand und erlebten, dass die Studenten es ganz ohne uns gemacht haben, weil ihnen so viel daran lag, dass Leute bei der Verlosung mitmachten.“ Fast 3000 Leute machten von der Uni Newcastle bis zur Uni Northumbria bei der Verlosung mit.
„The Connection hat unsere Bewegung hier wirklich zusammengebracht. Der studentische Leiter übernahm die ganze Sache und führte sie durch“, sagt der Birminghamer Teamleiter David Blower. „Es war eine sehr intensive Sache und hat viel Spaß gemacht.“
„Für mich war es großartig, das Jahr mit dieser Kampagne zu beginnen“, sagt Allan Ooi. „Wir von Student Life wurden dadurch fest zusammengeschweißt. Wenn man sich abwechselnd als Ziege verkleidet, findet man wirklich zueinander und sorgt für viel Spaß!“
Sam, ein Birminghamer Student im ersten Semester, kommentierte die Aktion einem studentischen Leiter gegenüber so: „Ich sah die Aktion Ziege vs. I-Pod auf dem Unigelände und fand, das war eine großartige Initiative. Bei so etwas möchte ich gern mitarbeiten!“
Bewegungen anstoßen
Die Kampagne The Connection war ein besonders hilfreiches Mittel, um an Orten, wo Student Life gerade erst beginnt, Momentum zu schaffen.

„Es ist schwierig, Jesus nachzufolgen. Und ganz bestimmt unmöglich, ohne die Kosten zu überschlagen und eine weitreichende Entscheidung zu treffen. Tragisch ist, wenn jemand überhaupt nie eine Entscheidung trifft.“ – Magazin The Connection
„Es hat uns vor allem geholfen, potentielle studentische Leiter zu finden, und diese hatten etwas, wo sie direkt einsteigen konnten“, sagt Chris Carter, Teamleiter an der Universität Aston. Zwei Astoner Studenten fragten nach einem ersten Gespräch am Student-Life-Stand, ob sie studentische Leiter werden könnten, indem sie ihre Karten für die Verlosung ausfüllten!
„Es war echt toll, auf eine Weise Kontakt zu meinen Mitstudenten knüpfen zu können, die Spaß machte und nicht bedrohlich war, aber trotzdem den anderen Studenten klarmachte, was wir tun und worum es uns geht“, sagt Hadassah, eine Austauschstudentin aus Alaska und die erste studentische Leiterin für die neu begonnene Student-Life-Arbeit in Glasgow.
„Da ich erst eine Woche vor unserem ersten Erstsemesterstand in Glasgow eingetroffen war, betrachtete ich die Erstsemestlerwoche weitgehend als einen kleinen Spiegel der Glasgower Studentenkultur“, sagt der Glasgower Teamleiter Ross. Obwohl sie erst angekommen waren, hatte das Team sehr schnell einige gute Verbindungen. In Strathclyde baten sie das Studentenwerk, die Verlosung durchzuführen, und in Glasgow die Herausgeber der größten Studentenzeitung, des Glasgow Guardian. „The Connection gab uns die Möglichkeit, uns hier bekanntzumachen und einen Vorgeschmack davon zu bekommen, wie es hier in Glasgow so ist.“
„Die Kampagne The Connection war in der Pioniersituation in Nottingham von unschätzbarem Wert und ermöglichte uns, mit mehreren Hundert Sudenten in Kontakt zu kommen, die sonst uns und dem Evangelium gegenüber Fremde geblieben wären“, sagt Matt Walmsley, der Nottinghamer Teamleiter.
„Wir kamen im Studentenradio, in einem Studentenfilm, erschienen auf unzähligen Fotos auf den Handys der Leute – Es ist erstaunlich, was man alles bewirken kann, wenn man sich als Ziege verkleidet! Aber darüber hinaus bringen wir einen positiven Beitrag zum Unileben, und wir haben einen direkten Treffpunkt, wenn wir uns mit Leuten verabreden“, sagt der Nottinghamer Praktikant Tom Glen, der auch sein gestalterisches Können für die landesweite Kampagne eingesetzt hat. Die Schönheit der Verlosung bestand darin, dass sie nicht bedrohlich und nicht „christlich“ ist. Dadurch konnten wir mit der größtmöglichen Anzahl von Studenten in Kontakt kommen.“
Verändertes Leben
Die Kampagne The Connection wird in der verbleibenden Zeit des Semesters und in der Zukunft weiterhin ihre Auswirkungen haben. Aber dadurch, dass die studentischen und hauptamtlichen Mitarbeiter die gewaltige Aufgabe in Angriff nehmen, sich mit denen zu treffen, die geistliches Interesse bekundet haben, geschieht bereits Lebensveränderung.

„Jesus zu bitten, die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen, war das Realste, Emotionalste, Bedeutsamste, Erschreckendste, Lebensveränderndste, Lohnendste, Veränderndste, Befreiendste, das ich je getan habe. Mir wurden die Augen geöffnet, als ich noch nicht einmal wusste, dass ich sie geschlossen hielt. Aber ich bin immer noch Ich. Ich bin sogar mehr Ich selbst als je zuvor.“ – aus Sarahs Geschichte, Magazin The Connection
„Eine Studentin, der wir mehrere Male auf der Erstsemestlerwoche begegnet sind, traf sich mit Phil und Diane“, berichtet Pete aus Newcastle. „Sie brachten ihr das Magazin und benutzten es gleich, um ihr das Evangelium zu erklären. Sie sagte, dass das genau das wäre, wonach sie gesucht hatte, und dass sogar eine Illustration über Sünde, die man nicht wiedergutmachen kann, enthalten sei. Sie ging weg und vertraute im Gebet Gott ihr Leben an.“
„Aaron sprach mit einem Studenten über das Magazin. Er sagte, er sei schon Christ, aber für ihn sei das eine kulturelle und familiäre Angelegenheit. Nachdem er mit Aaron gesprochen hatte, entschloss er sich, sein Vertrauen auf Christus zu setzen. Er und sein Freund kamen ein paar Tage später zu unserem ‚offenen Haus’, ebenso wie einige andere junge Männer, denen wir begegnet waren oder die uns bei The Connection geholfen hatten.“
„Ich plauderte mit einer Studentin, die gerade ihre Teilnahmekarte für die Verlosung ausfüllte, und sie fing an, mir Fragen über Gott zu stellen“, erzählt Pam Robertshaw, assoziierte Teamleiterin aus Oxford. Ich sagte ihr, dass Gott Liebe ist und dass er uns so sehr geliebt hat, dass Jesus bereit war, für uns zu sterben, damit wir Vergebung der Sünden erhalten können. Als sie die letzte Frage auf der Karte ausfüllte, „Möchtest du gern herausfinden, wie man persönlich mit Gott in Beziehung treten kann?“, änderte sie infolge unseres Gesprächs ihre Antwort von ‚nein’ zu ‚vielleicht’. Es war eine echte Ermutigung für mich zu erleben, dass es, wenn Menschen die gute Nachricht von Jesus hören, bei ihnen den Wunsch erweckt, Gott kennenzulernen. Wir treffen uns bald wieder, um weiterzureden.“
Es gibt noch viele andere im ganzen Land, die mehr über Glaubensthemen reden möchten. Hauptamtliche und studentische Mitarbeiter haben mit Kleingruppen begonnen, in denen die Studenten in persönlicher Atmosphäre Antworten auf ihre Fragen finden und ein tieferes Verständnis des Evangeliums bekommen können. Es ist unsere Hoffnung, dass noch viele weitere dieser Studenten hingegebene Nachfolger Jesu werden, mit einer Sicht, ihre Uni zu erreichen.
„Unter den tausenden von Studenten, die diesen Herbst ihr Studium beginnen, gibt es viele, die gern eine Beziehung zu Gott beginnen würden, wenn sie die Gelegenheit hätten“, sagt Ben Evans. „Sie laufen da draußen herum. Dieses Jahr hilft uns The Connection dabei, sie zu finden.“